Silke's Kretareise 2008
Da es leider ab Ende Oktober kaum noch Flüge von Kreta nach Deutschland gibt und noch sooo viele Kätzchen auf Kreta auf ein schönes Zuhause warten, hatte ich mich im Spätsommer dazu entschlossen, Ende November meine erste Reise nach Kreta anzutreten, um auf dem Rückflug so viele Katzen wie möglich mitzunehmen.
Ich unterstütze ja seit nunmehr gut 2 Jahren den Verein VOCAL (Voice of the Cat Alliance Crete) von Virginia Swain Dixon (www.miaow.info )bei der Vermittlung und Organisation/Betreuung von Pflegestellen und als Pflegestelle selber hier in Deutschland.
Letzten Herbst hatte mich Virginia bereits in Deutschland besucht, nun war es also an der Zeit, einen Gegenbesuch zu starten.
Leider hatte ich Anfang November einen Unfall mit der Folge eines mehrfachen Bänderriß am Fußgelenk und einer schweren Prellung im Knie, jedoch war mein Flug gebucht und ich hatte mir vorgenommen, auf jeden Fall zu fliegen, sei es mit Krücken.

Am 24.11. war es dann soweit, etliche Transportboxen waren gestapelt und verpackt, Reisetasche und Krücken im Auto, Handy und Kamera dabei.
Im festen Glauben, mein Flieger geht um 14:20 Uhr fuhren wir aufgrund des schlechten Wetters sehr zeitig in Kandern los. Nach 3 Stunden Fahrt erreichten wir gegen 12 Uhr den Frankfurter Flughafen. Die Krücken habe ich nach langem Überlegen im Auto gelassen, Beinschiene muß einfach reichen.
Ein Blick auf die Anzeigentafeln und der erste Schock: Es geht gar kein Flug um 14:20 Uhr – mein Flug ging schon um 13:20 Uhr !
Schnell zum Check in, Transportboxen und Gepäck aufgegeben und ab zum Gate.
Dort wurde mir dann mitgeteilt, Gateänderung...also...auf geht’s...wieder über den halben Flughafen.
Endlich saß ich dann kurz vor knapp im Flieger nach Athen.

In Athen war auch wenig Zeit und ich musste zum Flieger nach Heraklion hetzen (humpeln).
Pünktlich saß ich im Flieger....und nach langem unerfindlichen Wartens starteten wir dann mit 30 Minuten Verspätung Richtung Kreta. Ich kam mir irgendwie etwas fehl am Platz im Flieger vor – so als einzigste blonde „Touristin“ unter lauter Griechen.

Ankunft in Heraklion gegen 19:20 Uhr, 20 °C Außentemperatur (gestartet mit –2 °C !).
Warten am Gepäckband.....zuerst kam dann mal irgendwann meine Reisetasche...dann sehe ich eine kleine, blaue Katzen Softbox auf dem Band...große Augen...Mist...mein Stapel von Transportboxen muß aufgegangen sein !? Die war doch mit Paketband verklebt oben auf dem Stapel gelegen !?
Nach langem Warten kam dann doch der Rest, alles einigermaßen vollständig und ganz.
Aber: Irgendwer muß irgendwo den ganzen Boxenstapel geöffnet haben, denn es war nicht in der Reihenfolge, wie ich es gepackt hatte und alle Handtücher etc. waren durchwühlt. Dabei war das doch ein Inner-EU-Flug...die Sachen haben also gar nicht durch den Zoll gebraucht !? Mir wurde schon Angst und Bange wegen meinem Rückflug mit den Katzen, nach den ganzen Horrorstorries von wegen Beschlagnahmungen von Hunden am Flughafen Athen etc.

Aber nu los...draußen wurde ich bereits von Steve, Virginias Bruder und seiner Freundin Christine erwartet und herzlich empfangen. Auf ging´s zur gut einstündigen Fahrt nach Elounda. Leider war es dann bereits dunkel, so das ich nichts mehr von der Landschaft bewundern konnte. Gedanklich musste ich auch erst mal von Deutsch auf Englisch umschalten, da Virginia und ihre Familie alle nur Englisch reden.

In Elounda wurde ich dann herzlich von Virginia und ihrem Mann Tony empfangen, die bereits mit dem Abendessen auf mich warteten.
Nach dem Essen, bei einem leckeren Glas Wein, besprachen die kommenden Tage und die Erlebnisse der letzten Tage, da Tierärzte der Arche Noah Kreta da waren und mit Virginia zusammen viele Straßenkatzen kastriert hatten.
Mir wurden dann noch die anderen „Familienmitglieder“ vorgestellt. Danach nur noch müde ins Bett !


Tony, Virginias Mann und Küchenchef mit Kater Sous



Virginia mit der kleinen, schwer kranken Chiara, die bei den Kastrationsaktionen letzte Woche am Hafen gefunden wurde.


Seppi & Daisy


Ariel - ebenfalls gerettet aus dem Hafen. Ihr ging es sehr schlecht, fast blind, abgemagert in miserabelem Zustane , jetzt langsam wieder fit, fängt wieder an zu spielen, sußer süß und die Sehkraft auf einem Auge kommt wieder etwas zurück. Ariel sucht noch ein Zuhause !

Des Weitern leben im Haushalt noch Katze Lilly, ein Karthäuser-Mix und Kätzchen Po, ein süßes Dreibeinchen, das bald nach England ausreisen soll.


Hündin Zaira, die von Virginia vor einigen Tagen von ihrem traurigen Leben an einer Kette befreit wurde, 8 Monate jung, kastriert, gechipt, geimpft - sucht auch noch ein Zuhause !

Und hier habe ich gewoht: In Virginias & Tonys kleiner Ferienwohnung in der unteren Etage ihres Hauses.






Dazugehörend eine wundervolle Terrase mit grandiosem Ausblick auf die Mirabello Bucht und Elounda.











Dienstag Morgen ging es dann nach dem Frühstück auf große Fahrt Richtung Rethimno, nach Stavromenos.
Ich hatte ja einige Boxen von Jayne, einer weiteren englischen Tierschützerin (http://www.cretancatalist.gr ), mitgebracht und außerdem sollte die von Virginia gerettete Hündin Zaira zu Jayne ziehen, da sie einfach mehr Platz und Hundeerfahrung, sowie selber 2 Hunde und einen eingezäunten Garten hat.
Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden.
Wir trafen uns dann mit Jayne in ihrem neu eröffneten Shop, wo sie Second Hand Ware für Spenden für den Tierschutz „verkauft“. Dort trafen wir noch auf weitere, im Tierschutz engagierte, britische Damen, und hatten einen kleinen „Kaffeklatsch"




Jayne mit einem gerade abgegeben Findelkätzchen.

Gegen 15 Uhr zogen wir dann zu viert los zum Mittagessen. Wir waren in einem kleinen griechischem Restaurant mit phantastischem Essen ! Einfach nur genial !

Später ging es dann weiter zu Jayne, da wir ja Zaira hinbringen mußten.
Während der ganzen Fahrt war übrigens die kleine schwarze Chiara dabei, da sie alle paar Stunden versorgt werden mußte.

Hier einige Eindrück von Jaynes Vierbeinern. Sie wohnt in einem Haus mit eingezäuntem Garten zusammen mit 2 Hunden und etwa 20 Katzen.







Fast alles sind ältere, verletzte, gehandicapte oder scheue Tiere, die bei Jayne eine Zuflucht gefunden haben.



Maria

Christos

Guido
Alle drei kleinen Racker, etwa 14 Monate alt, suchen noch ein Zuhause.


Hope, etwa 6-8 Monate alt, kastriert, hatte einen schweren Splitterbruch am Hinterbein, humpelt etwas, mußte 2 Monate isoliert in einem Käfig leben, bis ihr Beinchen wieder verheilt war. Die Süße ist reisefertig und sucht auch noch ein Zuhause.


Dieser kleine Mann sucht auch noch !

Abends gings dann wieder auf die Fahrt Richtung Heimat, nach Elounda. Virginia war etwas betrübt, weil sie Zaira dalassen mußte, aber sie hat einfach keine Zeit für die Kleine.
Der kleinen Katze Chiara ging es während der Fahrt zunehmend besser. Nachts hat sie das erste Mal selbständig ein bischen gefressen.

Mittwoch Morgen musste Virginia schon um 5 Uhr zum Flughafen, eine Katze auf den Flieger bringen, Check-in 6 Uhr.
Nach ihrer Rückkehr frühstückten wir und beratschlagten den heutigen Tagesablauf.
Virginia hatte einen Termin in Agios Nikolaos mit einem bulgarischen Tierarzt, der evtl. für den Verein eingestellt werden sollte. Ich wollte mir in der Zeit den lokalen Wochenmarkt anschauen. Anschließend wollte ich mir einige Pflegestellen anschauen, wir wollten die drei kleinen Siamkätzchen Impfen, die am Donnerstag mit zurück fliegen sollten und wir wollten Harry, einen kleinen Katermann einsammeln und auf eine andere Pflegestelle bringen, damit er sich mit dem kleinen Filou anfreunden kann, damit sie evtl. zusammen in ein neues Zuhause ziehen können. Nachmittags dann evtl. noch ein bischen Sightseeing.

Auf gin´s ins Chaos nach Agios Nikolaos. Der Troubel war dann doch etwas zu viel für mein Bein und nach einigen Einkäufen setzte ich mich in den Schatten und wartete auf Virginia. Leider war das Treffen mit dem Tierarzt nicht berauschend.

Anschließend ,gegen Mittag, ging´s in einer abenteuerlichen Fahrt zum Haus von Chris, auf einer Strasse hoch an den Berg, die den Namen Strasse nicht würdig war. Selbst Esel hätten ihre Probleme gehabt.
Kurz bevor wir da waren, kam uns Chris mit einer Freundin im Auto entgegen, keine Zeit zum Impfen, irgendwie wohl ein Abspracheproblem. Anscheinend hatte auch eins der Kleinen Durchfall, so das wir eh nicht impfen konnten.

Aber für einen kurzen Fotostop war noch Zeit.



Dann sind wir weiter zu Angela gefahren, einer älteren, netten, englischen Dame, die ganz alleine irgendwo im Nirgendwo wohnt. Man sieht nur zerfallene Mauern, Ruinen doch hinter all dem eine kleine Oase, wo zur Zeit die Pfleglinge Harry und William leben.


Angela

Ihr Kater Oliver

Ihre zwei Hunde.


Harry, wurde im Müll gefunden und hatte einen schlimmen Pilz, schaut daher auch noch sehr zerrupft aus.

William, auch aus einem Müllkontainer, er hatte ein schlimme Kruste über den ganzen Körper, vor allem im Gesicht und konnte kaum atmen.


Wundervoller Ausblick von Angelas Terrasse

William schaut auch mal vorbei.

Harry wurde dann von uns mitgenommen, wir mussten noch mal schnell nach Agios Nikolaos, um die Pässe von Domino & Boots zu holen, die ja auch Donnerstag mit mir fliegen sollten.
Dann ging es zurück nach Elounda , zu Hannelore, einer netten deutschen Tierschützerin, die eine große Anzahl von Futterstellen betreut und immer viel unterwegs ist im Namen der Katzen. Zu Ihr soll nun Harry erst mal ziehen.


Hannelore mit Zorbas, dem vermutl das Becken angebrochen und einige Nerven geklemmt wurden. Er konnte lange auf einem Hinterbein nicht laufen und hatte große Probleme mit dem kontrollierten Stuhlgang.



der kleine Filou - einfach nur ein Sonnenschein. Den lieben langen Tag nur Unsin im Kopf. Er kam mit ganz schlimmem Katzenschnupfen zu Hannelore, konnte nicht mehr aus den Augen schauen vor lauter Eiter. hat eine Verletzung der Augenlinse rechts, aber kein Problem damit.
Er und Harry suchen bald ein neues Zuhause !

Als wir dann nachmittags wieder Zuhause waren, waren wir einfach zu müde, um noch etwas zu unternehmen. Wir beschlossen eine kleine Mittagsruhe, um dann abends meinen letzen Tag mit einem leckeren Abendessen von Tony ausklingen zu lassen.

Am Donnerstag Morgen ging es dann noch kurz zu einem Fotostop vor der Lebra-Insel Spinalonga



Dann mussten wir auch schon los, die Kätzchen einsammeln. Zuerst wieder den „Eselpfad“ hoch zu Chris, um die drei süßen Siamgeschwister einzupacken. Boots & Domino haben wir dann an der Schnellstraße nach Heraklion aufgesammelt.

Nun hätte ja alles so einfach sein können...aber jeder, der mich kennt, weis, das es nie so ist...

Also wir dann nun mit 5 Katzen im Gepäck vor den Check-In Schalter von Aegean-Airlines rollten, bekam die nette Dame dort große Augen.
Wir hatten ja alles vorab schon via Internet gebucht – 2 Boxen Cargo, falls die 3 Siamesen nicht zusammen in die Box durften (eigentlich ja max. 2 Tiere), eine Box Handgepäck.
Antwort der netten Dame am Schalter: Sie können keine Tiere auf dem Flug mitnehmen !
Es ist der einzigste Flug am Tag, wo kein Sauerstoff in den Gepäckraum kommt, da der Flieger zu klein ist.
Entsetztes Schweigen......und nun
Nach langem Verhandeln, einigen Telefonaten, und einigem guten Zuredens durfte ich dann beide Boxen + meinen Rucksack als Handgepäck mit auf den Flieger. Nun mussten die Boxen aber erst mal durchs Röntgengerät...alle Miezen aus und umpacken hin und her...und geschafft.
Man schaffte es sogar, mir den einzigsten leeren Sitz im Flugzeug als „Nachbar“ zu geben, so das ich die große Box mit den 3 Miezen unter den Sitz und Boots & Domino auf dem Sitz anschnallen konnte.
Danke an die nette Dame vom Check in !!!

Nun mein „Angstflughafen“ Athen...ich musste ja aus dem Transit raus, wieder zum neu einchecken für die Miezen als Cargo.
Angriff ist die beste Verteidigung, einen auf „I have a problem“ machen und die Sicherheitsleute direkt angequatscht und mein Problem möglichst dramatisch geschildert. Sie wiesen mir auch den direkten Weg zum Lufthansa Schalter.
Dort wieder große Augen und das gleiche Erklären noch mal. Wieder einige Telefonate und Gespräche und ich wurde zum Bezahlen an einen anderen Schalter verwiesen. Dachte mir noch nichts böses dabei - die Handgepäcksache in Heraklion hatte uns 8 Euro gekostet...“Ja, wie schwer sind denn die Tiere – 10 kg – ok....das macht 100 Euro...“
Mir ist kurz die Kinlade runter, geschluckt, Kreditkarte raus...was soll´s...Hauptsache, die Miezen können fliegen.
Ich musste dann noch 1,5 Stunden vorm Spezialschalter für Sperrgut warten...dann wurde ich mit den 5 Kleinen in die tiefsten Katakomben des Flughafens geführt – noch mal alles durch zum Röntgen. Kätzchen wieder ausgepackt...eingepackt...ein Stoßgebet, das alle auch wirklich auf den richtigen Flieger kommen und dann ab zum Einchecken.

In Frankfurt nach der Ankunft mal wieder durch den ganzen Flughafen zum Gepäckband, da mal wieder eine Gateänderung, Reisetasche geschnappt und in der hintersten Ecke der Gepäckhalle standen meine zwei Transportboxen mit Kätzchen alleine und verlassen rum. Nix wie heim !

22:15 Uhr haben wir uns dann mit den neuen Besitzern der drei bezaubernden Siammäuschen – Mali, Zhila und Sunan – getroffen und die erste Box war dann schon wieder leer.

24 Uhr – endlich Zuhause, Domino & Boots kurz beschmust und gefüttert und ab ins Bett. Die zwei süßen Tigerchen sind heute Nachmittag auf ihre Pflegestelle nach Lörrach gezogen.

Was ein Abenteuer ! Aber es war toll – Kreta, 25 ° C, Sonne pur, nette Leute, tolles Essen, endlich mal die Gesichter zu den Namen der Helfer gesehen und Virginias Arbeit vor Ort miterlebt.
Nächsten Herbst werde ich wieder Fliegen, wenn mir das Geld für einen Flug reicht !

Und hier meine Reisegesellschaft:

Domino

Boots

Mila

Zhila

Sunan

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